DER KLANG DES UNBEWUSSTEN

Wie André Bendocchi-Alves die Welt mit den Ohren entdeckt

„Der Film handelt von der Liebe zum Ton. Jede Stadt, jeder Ort hat einen eigenen Sound."

Tongestalter André Bendocchi-Alves über LISBON STORY

INTERVIEW zu LISBON STORY

 

Interview mit André Bendocchi-Alves

Als Wim Wenders 1994 LISBON STORY drehte, gab er seinem Protagonisten einen ungewöhnlichen Beruf: Phillip Winter (Rüdiger Vogler) arbeitet als Tonmann beim Film. Daraus ergab sich die Chance, eine Stadt einmal aus einer neuen Perspektive zu zeigen: Auf den Spuren eines Mannes, der weniger den Ansichten der Straßen und Plätze folgt als den Geräuschen, die er hört. So erkundet der Film Lissabon – und das Tongestaltungs-Team war herausgefordert, den Sound der portugiesischen Metropole auf besondere Weise einzufangen.

Die Szene
Phillip Winter (Rüdiger Vogler) hängt sich sein Tonbandgerät um, setzt seine Kopfhörer auf und nimmt sein Richtmikrofon in die Hand. So ausgerüstet, beginnt er einen Streifzug durch die Altstadt von Lissabon und nimmt die verschiedensten Geräusche auf: das Trampeln und Schreien der Kinder, ferne Fado-Gesänge, ein streitendes Ehepaar, das Quietschen der Straßenbahn und die Geräusche des Hafens. Mit ihm geht der Zuschauer auf Reisen und achtet vielleicht zum ersten Mal bewusst auf Geräusche, die er sonst nur unbewusst wahrnimmt – und die dennoch zum sinnlichen Erlebnis einer Stadt unbedingt dazugehören.

Der Künstler
André Bendocchi-Alves wurde 1958 in Brasilien geboren. Er arbeitet seit fast zwanzig Jahren als Schnittmeister, Sound Editor und Tongestalter. Neben Wim Wenders haben u.a. auch schon Romuald Karmakar (DER TOTMACHER), Bille August (FRÄULEIN SMILLAS GESPÜR FÜR SCHNEE), Hans W. Geissendörfer (SCHNEELAND) und Oskar Roehler (ELEMENTARTEILCHEN) seinem Gespür für den richtigen Ton vertraut.

Kommentare

#1
Anita Twelbeck (01.06.2008 17:21)
Stellungnahme
Meiner Meinung nach ist der Aufbau der Seite übersichtlich gestaltet, so dass man das, was man sucht schnell findet. Da die Seite eigentlich nur 2 oder 3 Farben benutzt, kann man sich auf das konzentrieren, was man sucht oder was man machen möchte. Das Interview ist meiner Meinung nach etwas lang, aber wenn man sich für die Tongestaltung des Films interessiert, kann man sich das Interview gut ansehen.