DIE DRINGLICHKEIT DER LIEBE

Wie Mathilde Bonnefoy und Tom Tykwer den Puls des deutschen Kinos beschleunigt haben

p24

„Als Erstes haben wir einen kurzen Teaser gemacht, der extrem voller Energie und Dringlichkeit war. Das wurde unsere Inspiration für den Schnitt des Films."

Cutterin Mathilde Bonnefoy über die Dreharbeiten zu LOLA RENNT

INTERVIEW zu LOLA RENNT

 

Interview mit Mathilde Bonnefoy

Eine junge Frau rennt quer durch die Stadt, um ihren Geliebten vor dem Tod zu retten. Diese simple, archaische Situation ist die grundlegende Triebfeder für Tom Tykwers LOLA RENNT. Und weil dieselbe Situation auch noch dreimal wiederholt wird, offenbaren sich auf einmal beinah abstrakte Muster von Zufall und Vorsehung, Schicksal und timing. Für die junge Cutterin Mathilde Bonnefoy war LOLA RENNT das erste große Projekt – trotzdem fand sie auf Anhieb den richtigen Rhythmus. Ein Beispiel dafür, wie sehr Filmschnitt mit der Zeit spielen kann.

Die Szene
Lola (Franka Potente) rennt durch Berlin und nimmt ihre letzte Kraft zusammen, um rechtzeitig bei Manni (Moritz Bleibtreu) zu sein. Er hat als Geldbote schrecklich versagt, und sie muss ihm helfen, bevor die Uhr zwölf schlägt und sein Schicksal besiegelt ist. Sie schafft es, aber dann nimmt das Drama eine unerwartete Wendung. Die Szene zeigt den pulsierenden Schnittrhythmus des Films, die Arbeit mit Splitscreens, aber auch einen ruhigen Moment der Liebenden im "Zwischenreich" zwischen den drei Varianten der Geschichte.

Die Künstlerin
Mathilde Bonnefoy wurde 1972 in Paris geboren. Nach der Schule studierte sie Philosophie, brach das Studium aber 1991 ab, um nach Berlin zu ziehen. Ab 1995 arbeitete sie als Cutterin von Musikclips, unter anderem für Rammstein und Udo Lindenberg. Als Schnittassistentin bei Wolfgang Beckers DAS LEBEN IST EINE BAUSTELLE lernte sie Tom Tykwer kennen. Für ihn Schnitt sie LOLA RENNT, DER KRIEGER UND DIE KAISERIN, HEAVEN, TRUE und THE INTERNATIONAL. LOLA RENNT war ihr Debüt als Spielfilm-Schnittmeisterin und wurde 1999 mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet.

Kommentare

#1
Olga Mishakova (01.06.2008 17:13)
Kurzkritik
Das Interview ist in 10 verschiedene Abschnitte unterteilt. Zwischen diesen Abschnitten taucht immer eine Überschrift auf und weist darauf hin, was die M. Bonnefoy als nächstes ansprechen wird. Dies bewerte ich positiv, da es dem Verständnis des Zuschauers verhilft. Was meiner Meinung nach verbesserungswürdig wäre, ist die Länge des Interviews. Denn ich finde es ist etwas zu lang. So wie in dem Interview, als auch in dem persönlichen Teil äußert sich M. Bonnefoy zu mehreren Aspekten, die dem Zuchauer viel verraten. Trotzdem ist meiner Meinung nach die Länge im persönlichen Teil nicht überschritten worden (wie im Interview), sondern genau richtig. Zu der Gestaltung der Seite kann ich sagen, dass man etwas mehr Farbe hinzufügen und die Schriftart ( , die normal ist ) verändern könnte, um das Erscheinungsbild interessanter zu gestalten. Denn ich glaube, dass diese Fraben ziemlich monoton wirken und somit nicht viel Aufmerksamkeit erregen. ( Dem Zuschauer nicht sofort ins Auge springen.)