IMPROVISATIONS-ROCK'N'ROLL

Wie sich Andreas Dresen von seinen Schauspielern überraschen ließ.

„Improvisation setzt voraus, dass sich alle am Set trauen, sich rückwärts fallen zu lassen. Und zu hoffen, dass man halbwegs weich landet.”

Regisseur Andreas Dresen über HALBE TREPPE

 

INTERVIEW zu HALBE TREPPE

Interview mit Andreas Dresen

Hätte das Genre keinen so schlechten Ruf, wäre man versucht zu sagen, er drehe Heimatfilme. Allerdings ist in seinen Filmen Heimat nichts, was schon immer existierte, sondern etwas, dass erst geschaffen werden muss. Er dreht freundliche, sensible Filme über alltägliche Figuren, die nach der Wende versuchen, in der neuen Zeit anzukommen. Meist ist es die Liebe, welche die bestehenden Verhältnisse aufbricht. Seine Charaktere müssen ihre Träume prüfen und lernen, ihrem Leben eine neue Richtung zu geben. Gleichwohl hat er sie fest in einer Nachbarschaft, einem Milieu verwurzelt. Auch HALBE TREPPE zeigt: Andreas Dresen ist ein poetischer Realist des Auswegs.

Die Szene
Ellen schaltet noch ganz verschlafen das Radio ein und will duschen gehen. Doch in der Badewanne liegen Eisbeine, die ihr Mann Uwe dort zum Auftauen hineingelegt hat. Währenddessen bemerkt Uwe, dass der Wellensittich Hans-Peter nicht mehr in seinem Käfig ist.

Der Künstler
Andreas Dresen wurde 1963 als Sohn der Schauspielerin Barbara Bachmann und des Theaterregisseurs Adolf Dresen in Gera geboren. Im Alter von 16 Jahren begann er, eigene Filme auf Super-8 zu drehen, später leitete er eine Schultheatergruppe. Bei der Armee lernte er seinen späteren Kameramann Andres Hofer kennen. An der HFF Konrad Wolf in Potsdam-Babelsberg studierte er Regie, seit 1992 arbeitet er als selbstständiger Autor und Regisseur. Mit STILLES LAND, NACHTGESTALTEN und vor allem SOMMER VORM BALKON (seiner ersten Zusammenarbeit mit dem Drehbuchautor Wolfgang Kohlhaase) feierte er Erfolge bei Kritik und Publikum. Für HALBE TREPPE erhielt er 2002 den Goldenen Bären, mit WOLKE 9 gewann er 2008 den Deutschen Filmpreis. HALT AUF FREIER STRECKE wird 2011 in Cannes begeistert aufgenommen. Im Herbst 2011 inszeniert er in Potsdam seine erste Oper, „Die Hochzeit des Figaro“.

 

Kommentare

#1
Maik (09.08.2011 12:48)
Interview Andreas Dresen
Was Andreas Dresen über Improvisation und die Arbeit mit dem Team erzählt ist einfach super. Der gehört echt zur Spitze in D.-land! Maik, Köln