Stefan Arndt im Gespräch: «Wahrscheinlich habe ich eine Formel, kann sie aber nicht erkennen»
Das folgende Interview ist dem neu erschienenen Buch 'Guru Talk. Die Deutsche Filmindustrie im 21. Jahrhundert' von Thorsten Henning-Thurau und Victor Henning entnommen, in dem verschiedene deutsche Filmschaffende über ihre Erfahrungen im Kinobusiness sprechen. Zur Bestellung bitte auf das Buchcover klicken.
Thorsten Hennig-Thurau / Victor Henning: Sehen Sie die deutsche Filmindustrie in der Krise?
Stefan Arndt: Die Krise des deutschen Films, von der immer gesprochen wird, ist vorbei. Wir haben uns extrem professionalisiert, viel stärker als ich es je für möglich gehalten hätte. Vor allem hätte ich nicht gedacht, dass es so schnell geht. Unsere Produktionsfirma X Filme wäre nach LOLA RENNT fast Pleite gegangen, weil wir danach zwei Jahre keinen Film gemacht haben. Es ist schwierig, zwei Jahre lang die Crew nur dafür zu bezahlen, einen einzigen Film zu pflegen und dabei die Zeit bis zum nächsten Film zu überstehen.
Heute ist das anders: Obwohl MEIN FÜHRER sehr anstrengend war, fangen wir in drei Wochen einen neuen Dreh an und in zwei Monaten einen weiteren. Das ist mittlerweile die Normalität. Im Ergebnis ist der Marktanteil deutscher Filme in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Bei aller Professionalisierung ist es aber unsexy geworden, Filme zu machen. Alle Marktteilnehmer im Filmgeschäft reden ohne Ende von Handy- und anderen Zweit- und Drittverwertungsmöglichkeiten, aber es ist einfach nicht mehr sexy, Filme zu machen.
Film an sich ist nicht mehr so sexy, wie er war?
Geschäftszweige, die nichts mit dem Produkt Film zu tun haben, dringen in die Branche ein. Google und AOL mischen sich ohne jegliche Substanz, sozusagen nur als Durchlauferhitzer, in die Filmindustrie ein. Die können jetzt alles kaufen, was ich sehr schade finde. Das hat auch mit einer bestimmten Auffassung des Kulturbegriffes zu tun.
Wird diese Einmischung anderer Branchen der Telekommunikation neue Vertriebsfenster für Filme schaffen? Wird man LOLA RENNT irgendwann auf dem iPod sehen?
Das wird es geben, gerade LOLA RENNT ist ein Stück Filmgeschichte, einfach hip und cool. Der Film hat alles, was man in 78 Minuten machen kann. Dieselbe Geschichte wird dreimal erzählt und von Animation über Stop-Motion-Techniken bis zur digitalen Nachbearbeitung ist alles dabei; gerade dieser Film eignet sich für die neue Generation der Abspielgeräte. Andere Filme sind da nicht so geeignet. Bis man bei KRIEGER UND KAISERIN am ersten Wendepunkt der Geschichte angelangt ist, sind die meisten Zuschauer vor diesen kleinen Geräten bereits eingeschlafen. Seit sieben Jahren sage ich in jedem Interview, dass ich gern mal mit einem Verantwortlichen für die audiovisuelle Umsetzung meiner Produkte auf den neuen Geräten sprechen würde. Wir wissen sehr viel über diese Art von Inhalt und natürlich vom Umgang mit weiteren Ideen. Man könnte auf Basis des Films weiterspinnen und passende Versionen für das jeweilige Gerät entwickeln. Viele große Filmfirmen wollen die Remake-Rechte von LOLA RENNT und GOOD BYE, LENIN! haben. Wir haben in beiden Fällen auf dieselbe Weise reagiert.
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- Stefan Arndt,© M.Bothor
Alle Anwärter sollten auf zwei Schreibmaschinenseiten erklären, was sie mit unserem Produkt machen wollen und was sie für den Erwerb der Rechte ausgeben würden. Beides muss stimmen, denn ein schlechtes Remake würde unser künstlerisch und ökonomisch wertvolles Gut nachhaltig zerstören. Bis jetzt haben wir mit beiden Filmen Geld verdient, und solange es keine richtig gute Idee gibt, werden wir diese Rechte auch nicht weitergeben. Bei beiden Filmen gäbe es eine Menge Möglichkeiten zur Weiterentwicklung, aber kein einziger Interessent hat verstanden, wie wichtig uns eine adäquate Umsetzung ist. Finanziell wäre es kein Problem gewesen, denn Geld hätten sie gehabt, hätten es auch bezahlt, aber diese inhaltliche Anforderung hat keiner erfüllt. Mit entsprechendem Know-how wäre eine Fortsetzung von LOLA RENNT auf dem iPod durchaus denkbar, dieser Film hat noch so viele Nebenstränge, die ausgebaut werden könnten, vielleicht sogar in einem interaktiven Format.
Haben Sie Angst davor, dass in zehn Jahren alle Ihre Filme auf solchen portablen Abspielgeräten gesehen werden?
Das ist die freie Entscheidung der Nutzer. Es wird immer Menschen geben, die sich Filme im Kino ansehen, und so lange dieses Geschäft mit der nötigen Ernsthaftigkeit betrieben wird, sehe ich diese neuen Medien nicht als Gefahr an. Neue Entwicklungen sollten nicht verdammt werden. Mein Flachbildschirm zu Hause hat eine so hervorragende Qualität, dass manches Kino neidisch werden könnte. Der Vorführraum bei X Filme ist so gut ausgestattet, dass ich neue Filme mittlerweile am liebsten dort sehe.
Ist es Ihnen wichtig, dass Ihre Filme kulturell wertvoll sind und die Kritiker Ihre Filme mögen?
Es war sehr schmerzhaft zu akzeptieren, dass sie sie manchmal nicht mögen. Ich kenne viele der Kritiker persönlich. Wir – die Filmemacher und -kritiker – sind jetzt alle Mitte 40 und kennen uns teilweise schon seit 20 Jahren. Nach den Dreharbeiten zu DAS PARFUM war ich mit Tom Tykwer einen Kaffee trinken; der erste Kaffee, nachdem er wieder in Deutschland war. Da klingelt sein Handy und ein mit ihm befreundeter Kritiker war dran und stellte Fragen zum neuen Film. Der hatte die private Handynummer von Tom Tykwer und benutzte die, um drei Sachfragen zu stellen, die er für seinen Artikel brauchte. Anschließend folgten noch die üblichen Floskeln, die man unter Bekannten austauscht, dann hat er aufgelegt. Und am nächsten Tag erschien – drei Wochen vor der Weltpremiere eines 60-Millionen-Euro-Films – ein gnadenloser Verriss. Der gute Freund von früher hat es noch nicht einmal für nötig gehalten zu sagen, dass man am nächsten Tag in einer großen überregionalen deutschen Zeitung seinen niederschmetternden Beitrag lesen würde. Auf einmal merkt man, warum solche Kollegen wie Bernd Eichinger, dessen Filme ich nicht immer mag, aber den ich persönlich sehr schätze, große Distanz zu Kritikern halten.
Hatten Sie selbst schon mal ein solches Erlebnis?
Als Bernd Eichinger, Tom Tykwer und ich zusammen die Deutsche Filmakademie begründet haben, hat ein, meiner Ansicht nach, sehr guter Filmkritiker in einem Zeitungsartikel behauptet, dass ich die Akademie instrumentalisieren würde, um Tom Tykwer den Deutschen Filmpreis zuzuschieben. Ich kann solchen Vorwürfen nur entgegnen, dass sowohl ich als auch Tom Tykwer und Bernd Eichinger die Preise bereits vier- bis fünfmal erhalten haben; wir brauchen sie doch nicht mehr! Das war wieder einer der Leute, die wir echt gut kennen und die echt nett sind. Leider findet derzeit eine so große Veränderung im Filmkritikgeschäft statt, die wirtschaftliche Gründe hat. Von ehemals mehreren fest angestellten Filmkritikern bei den großen überregionalen Zeitungen sind kaum noch welche übrig. Geschuldet ist das den Umstrukturierungsmaßnahmen der Verlage, da werden die Medien- und Wirtschaftsredaktionen einfach zusammengelegt. Jetzt müssen die Wirtschaftsexperten überregionaler Zeitungen und Zeitschriften sich Gedanken darüber machen, ob man über Hitler lachen darf.
Es gibt das Credo: «Nobody knows anything» von William Goldmann. Weiß man eigentlich was als deutscher Produzent?
Ja, man weiß etwas. Der von mir extrem bewunderte Produzent Jerry Bruckheimer muss etwas wissen. Seine Filme sind immer ähnlich gestrickt, eine bestimmte Anzahl an Explosionen, einer muss sterben, und plötzlich hat er einen grandiosen Film hergestellt. Zwar sind nicht all seine Filme finanziell erfolgreich, aber dann produziert er auch noch die Fernsehserie ER, die nichts mit Action zu tun hat. Bruckheimer hat entweder ein sehr gutes Gespür für erfolgbringende Ideen oder einen tiefen Einblick in die Wirtschaftlichkeit von Filmen, die nicht viele haben. Man muss sich als Produzent immer vornehmen, ein Unikat herzustellen; der Film muss ein Alleinstellungsmerkmal haben und trotzdem eine bestimmte Art von Vertrauen schaffen. Das ist bei allen Kunstformen so. Zwar gibt es immer Ausnahmen, die schaffen kein Vertrauen und gefallen vielen erstmal nicht, setzen sich dann aber trotzdem durch. Unter den Millionen Leuten, die Filme machen wollen, gibt es weltweit wenige einzigartige Produzenten wie Jerry Bruckheimer. Über den guten Riecher hinaus muss man einfach up to date sein, viel mehr ist es dann nicht.
Bruckheimer ist Amerikaner – haben deutsche Produzenten Regeln?
Eine bestimmte deutsche Filmproduktionsfirma hat eine Regel. Deren Jugendkomödien unterliegen diesem Prinzip SCHULE, SCHULE: MÄDCHEN, MÄDCHEN; HARTE JUNGS. Es ist ein beeindruckendes Konzept für eine Produktionsfirma, alle drei Monate einen solchen Film zu machen. Jedes Mal sehen sich ein bis zwei Millionen Deutsche diese Komödien an; davon kann man leben, davon könnte ich meine Leute bezahlen und währenddessen DAS PARFÜM machen. Der hat über 60 Millionen Dollar gekostet; solche Experimente kann man sich dann erlauben. Mir würde so etwas nicht einfallen, aber das bin ich auch nicht, das ist nicht meine Welt.
Irgendwas muss Sie von denen unterscheiden, die nicht so erfolgreich sind?
Ich weiß es nicht. Aber das mit dem Erfolg ist ein zweischneidiges Schwert, weil in einem Film so viel Arbeit steckt. An GOOD BYE, LENIN! bin ich fast zerbrochen und auch Wolfgang Becker ist fast zerbrochen, sogar krank geworden. Wir haben es gerade so geschafft, den Film ins Kino zu bringen. Ein Jahr später steht man an einer roten Ampel und es regnet, alles ist irgendwie Mist – und auf einmal freut man sich total über diesen Erfolg! Das ist ein antizyklisches Phänomen. Wenn man sich auf Knopfdruck freuen soll, ist man noch völlig entnervt vom Produktionsstress, der einen erst spät los lässt. Das ist Showbusiness. Ich glaube, wenn man anfängt sich zu sehr über die eigenen Erfolge zu freuen, sollte man etwas anderes machen.
Wissenschaftler wie wir beschäftigen sich intensiv mit den Gründen für Filmerfolge. Das Londoner Unternehmen Epagogix behauptet, den Erfolg eines neuen Films anhand von Drehbüchern berechnen zu können. Glauben Sie, dass man Filmerfolge mittels statistischer Verfahren vorhersagen kann?
X Filme hatte mal eine heftige Auseinandersetzung mit der Filmfilnanzierungsabteilung einer großen deutschen Bank. Die haben ein eigenes Prinzip, um den Erfolg eines Films vorab zu berechnen. Als die ihre Berechnungenmatrizen auf X Filme münzen wollten, haben wir die Zusammenarbeit beendet. Vielleicht kann man Erfolg auf statistischen Grundlagen berechnen, aber das ist nichts für mich. Ich merke auch, dass die Filmbranche nicht so funktionieren sollte. Ich verlasse mich da auf andere Werte. Es ist viel sicherer, mich mit anderen Kennern der Branche zusammenzuschließen, denn relativ häufig führt das zu qualitativ hochwertigen Filmen. Das bedeutet zwar mehr Arbeit und verlangt viel Vertrauen, aber dann kann ich mir auch sicher sein, ein bestimmtes Projekt zu realisieren. Ich habe dann zwar manchmal keine Ahnung, ob wir den Film tatsächlich drehen werden und ob ich das Geld auftreiben kann, aber ich vermittle allen Beteiligten ein Gefühl von Sicherheit. Hauptsache ist, ich schaffe eine Vertrauensbasis, damit die Kreativen ihre Sorgen loswerden und sich auf den Film konzentrieren können.
Mit anderen Worten: Sie glauben, dass ein guter Filmproduzent den Erfolg eines Filmes besser vorher sagen kann als statistische Modelle?
Das ist mir zu eindimensional gedacht. Es gibt andere Faktoren, wie meinen Lieblingsstarttermin Anfang Januar. Dieser Starttermin hat einfach unfassbare Vorteile. Man hat wenig amerikanische Konkurrenzfilme, und Großfirmen und deren Angestellte haben davor zwei Wochen Urlaub, keiner will über Weihnachten arbeiten. Anfang Januar haben alle den Weihnachtsterror hinter sich gelassen, endlich ist man wieder da, wo man arbeitet oder studiert und geht mit seinen Freunden ins Kino. Deswegen haben wir jetzt drei Jahre nacheinander immer einen supererfolgreichen Start an diesem ersten Donnerstag im neuen Jahr erzielt. So etwas probiert man aus, dazu braucht man keine Mathematik. Bernd Eichinger startet immer am 14. September einen Film, dem Geburtstag seiner Tochter. Das hat er einmal gemacht und seither funktioniert das ausgezeichnet.
Das klingt nach Aberglauben?
Nein, das sind Erfahrungswerte – bestimmte Zeitpunkte im Jahr, die prinzipiell gut geeignet sind. Natürlich kann das schief gehen, aber das passiert selten, wenn man seinen wichtigsten Film des Jahres auf dieses Datum legt. Der wäre vielleicht auch eine Woche später oder früher gut angelaufen, weil es gute Filme sind.
Geeignete Starttermine lassen sich heutzutage besonders gut mit mathematischen Methoden ermitteln, da viele Daten der letzten Jahrzehnte gespeichert wurden.
Das sind auch nur Erfahrungswerte, die hat man sich angeeignet. Ein Film, der eher in Süddeutschland sein Publikum findet, den startet man lieber nicht zu Pfingsten oder zu Ostern. Die Süddeutschen haben einfach ein höheres Einkommen und fahren dreimal im Jahr in den Urlaub und dann ist zu diesen Terminen niemand da, der meinen Film sehen könnte. Solche Daten kann man auch durch Erfahrung sammeln. Außerdem sollte man die Konkurrenz im Auge behalten. Heutzutage muss ein Film sein Geld in den ersten drei Wochen einspielen, und wenn ich meine Komödie zeitgleich mit MR. BEAN oder BORAT anlaufen lasse, dann hilft mir auch die Mathematik nicht. In den letzten zehn Jahren sind nie zwei solche Filme gleichzeitig gestartet. Und dann muss man noch wissen, welches Zielpublikum man erreichen will. Eine Komödie für Fußballfans während der Fußball-WM ins Kino zu bringen ist genauso nsinnig.
Viele Filme unterliegen heutzutage dem Zwang, am Startwochenende einen Großteil ihres Budgets wieder einspielen zu müssen. Wie gehen Sie mit diesem Zwang um?
Es gibt heute zwei Extreme. Entweder wird alles getan, um unter allen Umständen am ersten Wochenende mit möglichst vielen Kopien das größtmögliche Publikum zu erreichen – oder die kleinen Filme versuchen sich über lange Laufzeiten durchzusetzen. Ich persönlich begrüße letztere Form der Distribution. Dafür bewundere ich die USA. Die dort existierende Filmkultur ist unvergleichlich. Manche Filme starten dort mit wenigen Kopien, und durch Mundpropaganda nimmt das Interesse zu. Es bilden sich z.B. in der New Yorker Szene riesige Warteschlangen, nur um einen normalen Kinofilm zu sehen, und nach und nach wird der in mehr Sälen gezeigt. BABLE ist dafür ein Paradebeispiel. Dieser Film ist in den USA mit sieben Kopien angelaufen. Nach drei Monaten lief Iñárritus Film in über 1.000 Sälen und spielte gutes Geld ein. Dieser Film ist natürlich sehr an eine Arthouse-Optik angelehnt und daher mit einer geringen Kopienzahl gestartet, aber es ist trotzdem ein massentaugliches Produkt und hat sich monatelang im Kino behaupten können.
Für Ihre Filme ist eine großangelegte Startstrategie von 1.000 Kopien nicht sinnvoll, Ihre Filme müssen wachsen?
Hätte ich gewusst, wie sehr das bei MEIN FÜHRER abnimmt, wäre ich mit 800 statt 260 Kopien gestartet, wohlgemerkt war das schon unsere höchste Kopienzahl bisher. Das erste Wochenende hat 8.000 Euro pro Kopie eingespielt, davon bleiben dem Verleiher 3.000 Euro und eine Kopie kostet 1.000 Euro. 2.000 Euro wurden für Marketingkosten aufgerechnet. Es wäre also immer noch etwas übrig geblieben und hätte sich gelohnt. Wir haben die Kopienzahl dann nach dem Startwochenende erhöht, aber im Gegenzug brachen die Zuschauerzahlen um 50 Prozent ein – normalerweise verlieren Kinofilme nach dem Startwochenende zwischen 23 Prozent und 27 Prozent an Zuschauern. Das hat sich zwar noch erholt, ist aber insgesamt nicht so gut gelaufen wie wir uns das erhofft hatten. Die Stimmung des Publikums schwankt halt sehr stark.
Welche Rolle spielt für Sie die Filmverwertung auf DVD?
Bei uns spielt das kaum eine Rolle. Dazu haben wir zu wenige Filme gemacht, als dass wir uns gezielt auf die Auswertung auf DVD konzentrieren würden. Lediglich GOOD BYE, LENIN! stellt hier eine Ausnahme dar. Dieser Film hatte 6,5 Millionen Besucher im Kino, der zerschlägt bei uns jede Form von Statistik. Bei LOLA RENNT sind wir der Nachfrage kaum nachgekommen. Bei WAS NÜTZT DIE LIEBE IN GEDANKEN haben wir lediglich 2.000 Stück verkauft. Im Gegenzug hatte DIE GROSSE STILLE nur 200.000 Zuschauer im Kino, hat sich aber schon 80.000 mal auf DVD verkauft.
Was treibt Sie an Filme zu produzieren – Geld, Eitelkeit oder Kunstverständnis?
Geld, oder?
Das glauben wir Ihnen nicht.
Eine bestimmte Aufgabe zu lösen, ein Problem zu lösen, das treibt mich an. Ein Projekt anzugehen und zu zeigen, dass das Thema im Kino funktionieren kann. Mit den richtigen Leuten zu arbeiten und zu beweisen, dass man ein Anliegen vorantreiben kann, ohne aufzugeben.
So ähnlich spricht auch Andreas Bareiss von seinen Projekten. Muss man von einem solchen Schlage sein, um Filmproduzent zu werden?
Vielleicht. Bareiss ist auch ein besonderer Produzent. Der hat schon unfassbare Flops hingelegt und ist Pleite gegangen, dann macht er ein bisschen mehr Fernsehen und feiert mit seinem Kinofilm NIRGENDWO IN AFRIKA große Erfolge und holt den Oscar. Der ist auch so ein Überzeugungstäter.
Herzlichen Dank für das Gespräch.
Das Gespräch wurde 31.01.2007 in der Bauhaus Universität Weimar geführt.

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