Musik als Sprachrohr des Unaussprechlichen

Die Filmkomponistin Annette Focks über die Herausforderung den Ton des Films zu finden.

„Der Klang der Musik bei POLL ist eine fremde tonale Welt für uns. Ich wollte damit das Archaische, das Düstere und Dunkle dieser Atmosphäre und Landschaft unterstreichen.”

Annette Focks über die Filmmusik von POLL

INTERVIEW zu POLL

Interview mit Annette Focks

Mit der Filmmusik verhält es sich ein wenig so wie mit den Dekors: Beide bemerkt man entweder als Mangel oder als Überfluss. Sie soll das Drama (oder die Komödie) beglaubigen und sich nicht in den Vordergrund spielen. Aber die Partituren von Annette Focks suggerieren nicht nur, was hinter und zwischen den Bildern geschieht. Sie schaffen selber Bilder: solche, die man hören kann. Ihre Leitsterne sind John Barry und Ennio Morricone, zwei Komponisten, die sich nicht damit zufrieden geben, das ihre Musik sich hinter dem verbirgt, was man auf der Leinwand sieht. Focks hat sich überwältigen lassen von den Bildern, die sie in POLL gesehen hat, und sie gibt diese Überwältigung an den Zuschauer weiter.

Die Szene

Die Exposition des Films: Ein Zug fährt durch die Abenddämmerung. Aus dem Off erzählt Oda von ihrem Vater und seiner besonderen Verbindung zum Tod, die er zeitlebens hatte. Die Musik, die durch die fremde Tonalität der Gamben bestimmt wird, steigert sich bis zu dem Bild, wenn der Ort des Geschehens, das Gut Poll, in voller Größe ins Bild kommt.

Die Künstlerin
Sie ist ohne Frage die berühmteste Tochter des kleinen Fleckens Thuine in Niedersachsen; zumindest in Filmkreisen. Mit fünf Jahren begann sie, Klavier zu spielen. Nach ihrem Studium in Köln und München fing sie 1995 an, für Kino und Fernsehen zu komponieren. 2005 erhielt sie den Deutschen Fernsehpreis gleich für fünf Filme. Ihre Partituren für KRABAT und EIN FLIEHENDES PFERD wurden für den deutschen Filmpreis nominiert, 2010 wird beim Festival in Rom POLL für die Beste Filmmusik ausgezeichnet. Parallel schreibt sie Konzerte für Orchester.

 

 

 

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