Filmmaske – Vom klassischen Film-Make-up zu Special Effects

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21.07.2009 | Ein Artikel von Redaktion 24

Ein Vortrag von Birger Laube und Waldemar Pokromski am 28. Juni 2009 im Gasteig, München

„Wir müssen den Charakter der Figur mit unserem MakeUp herstellen, ohne dabei zu übertreiben. Aber das Aufgabenfeld des Maskenbildners ist sehr breit: Es fängt bei ganz normalem Beauty-MakeUp an, geht über die Hautpflege, das Verändern von Haaren, Zähnen bis hin zu großen physischen Veränderungen an Nasen, Ohren oder anderen Körperteilen." (Waldemar Pokromski)

DIE BUDDENBROOKS
(Birger Laube)
Bei den BUDDENBROOKS war das Problem, dass sowohl die Familie als auch die gesamte Dienerschaft über einen Zeitraum von vierzig Jahren altern. Das ist vor allem auch ein logistisches Problem: Wieviel Zeit kostet es morgens, und wie kann man das so schnell hinbekommen, dass es trotzdem noch praktikabel ist?
Der Schwangerschaftsbauch der Figur GERDA schien uns zunächst kein großes Problem zu sein – es gibt sowieso nur eine Szene, in der sie schwanger zu sehen ist. Bis der Regisseur den Wunsch äußerte, diesen Bauch nicht unter einem Kostüm versteckt nur angedeutet zu zeigen, sondern nackt, während sie gewaschen wird. Eine Woche vor Drehbeginn konnten wir dann endlich einen Abdruck nehmen und mit der Arbeit beginnen. Leider haben wir München beinahe zeitgleich verlassen, so dass das Ausgießen des Abdrucks, die Modellierung und alle weiteren Arbeitsschritte in Hotelzimmern stattfanden.

DAS PARFUM
(Waldemar Pokromski)
Beim PARFUM wollten wir den ganzen Dreck und Schmutz zeigen. Dass die Leute sich nicht gewaschen haben, die ganzen Krankheiten. Das feste Team bestand aus zehn Maskenbildnern; in der großen Szene am Schluss des Films waren es allerdings fünfzig Maskenbildner, die eine Woche lang gedreht haben. Einige von ihnen hatten sogar ein eigenes Kostüm und waren Teil der Menschenmenge, so konnten wir zwischen den Einstellungen direkt am Ort nachschminken. Und das war auch notwendig, denn beinahe alle Darsteller hatten irgendwo am Körper ein Tattoo!
Für das Neugeborene gab es sowohl einen echten Säugling als auch ein Dummy; wir hatten beinahe bei allen Einstellungen beides. Ich wollte zum Beispiel nicht einfach eine Nabelschnur an den echten Säugling kleben (obwohl der Arzt meinte, das sei kein Problem)!

DAS SAMS
(Birger Laube)
Beim SAMS war die ganz große Diskussion die Geschlechtslosigkeit. Das Sams ist ja weder männlich noch weiblich, und man sollte das auch nicht sehen. Entsprechend war es schon schwierig, einen Darsteller für diese Rolle zu finden! Wir haben diese Spezialmaske etwa hundertmal gemacht – hundert Mal hat Christine Urspruch sich in das Sams verwandeln müssen.

© aufgezeichnet von Malte Kreutzfeldt, 2009

Kommentare

#1
Redaktion 24 (19.05.2010 13:39)
weiterführende Tipps
Liebe/r Sams, Birger Laube erläutert in dem Beitrag unter anderem, wie vielfältig die Tätigkeiten des Maskenbildners sind und dass jeder Film, jede einzelne Figur ganz individuelle Ansprüche stellt. Faustregeln sind da schwierig aufzustellen. Wenn dir z.B. ein konkretes Maskenbild aus einem Film vor Augen hast oder dich vor einem bestimmten Hintergrund für die Arbeit des Maskenbildners interessierst, schick uns gerne deine Frage/n, wie leiten sie dann gerne an die Profis weiter. Danke für dein Interesse, wir freuen uns auf mehr Details zu deinen Fragen! Die 24-Redaktion
#2
Sams (15.05.2010 12:49)
Und weiter?
Gibt es da noch irgendwelche allgemeinen Tipps? Eine Grund- oder Faustregel oder so? Wie sollte man am besten vorgehen?