Was ist ein Drehbuch?

22.09.2008 | Ein Artikel von Rolf Silber, Mitglied der Deutschen Filmakademie

WAS IST EIN DREHBUCH?

 

Dies ist ein erster Versuch einer sehr vereinfachten Begriffsklärung, der sich gestattet, an ein, zwei Punkten abweichende Positionen zu den derzeit üblichen zu vertreten. Daraus ergibt sich vielleicht so was wie eine Diskussion. Fangen wir mit der Definition, die Wikipedia gibt an:

 

 

 

 

 

Ein Drehbuch ist die textliche Grundlage für einen Film, die genaue Angaben für jede Szene enthält. Es gibt kaum Filme, die ohne Drehbuch realisiert werden. (http://de.wikipedia.org/wiki/Drehbuch)

Aha, das klingt nüchtern und etwa so, als habe es ein Buchhalter verfasst. Es klingt, als sei ein Drehbuch ein „Protokoll“ eines Films. Und tatsächlich sind sehr viele, wenn nicht die meisten, der in gedruckter Form veröffentlichten „Drehbücher“ nur in Drehbuchform gefasste Protokolle des fertigen Films.

Tatsächlich können Drehbuch – das Drehbuch, nach dem der Film „gefertigt“ wurde – und fertiger Film erheblich voneinander abweichen. Im Regelfall tun sie das immer – bis zu einem gewissen Grad zumindest. Veröffentlichte Drehbücher entsprechen also damit keineswegs dem eigentlichen Drehbuch, das zur Herstellung des Films verwendet wurde.

Für unser Herangehen würde ich gern eine andere Definition anbieten:

Das Drehbuch ist die Simulation des späteren Films.

Auf diesen Satz werden wir noch öfter zurückkommen. Es gibt durchaus viele Drehbuchautoren, die diesen Satz so nicht unterschreiben würden. Was nicht bedeuten muss, dass er deshalb falsch ist. Auch dazu später mehr.

OHNE PLAN DURCH CINEMATOGRAFISTAN? – oder: Wozu braucht man es?

Warum man ein Drehbuch braucht, hat mindestens einen einfachen Grund: Film ist teuer. Sehr teuer. Unter Umständen atemberaubend teuer. Einfach so, mit rasend gut bezahlten Schauspielern und Tonnen von Equipment in die Pampa fahren, um runterzukurbeln was einem gerade einfällt (oder eben was nicht), ist also keine wirklich gute Idee. Es sei denn, man hätte Geld bis zum Abwinken und sonst nichts damit vor.

Das Beste wäre also, sich einen Plan zu machen. Einen Plan, was in dem Film, den man vorhat zu machen, eigentlich alles passieren soll. Was die Figuren reden, was sie tun, was sie anhaben, wo sie rumrennen, abhängen, schlafen, flirten, streiten etc. Anhand dieses Planes können sich alle, die an der Herstellung des Films beteiligt sind, orientieren, was sie tun müssen, wenn sie nachher auch vor der Kamera steht.

Das ist einer der Gründe, warum es ein Drehbuch gibt. Es ist so etwas wie ein Bauplan. Dieser Bauplan ist von enormer Wichtigkeit, weil – anders als bei einem Haus – bei der Herstellung eines Films gern auch mal mit der Errichtung eines Teiles des Daches begonnen wird, dann wird am Keller rumgebastelt, im nächsten Moment das halbe Wohnzimmer errichtet, woraufhin es wieder zurück geht zum Dach.

Warum? Weil man z.B. bei einem Film erst mal alles dreht, was an einem bestimmten Ort passiert, der vielleicht ungefähr am Anfang, der Mitte, dem Ende des zweiten Drittels, kurz vor Ende und ganz am Schluss des Films vorkommt. Besser also, man hat einen guten Plan, damit man nichts vergisst oder Anschlüsse so falsch legt, dass der Abfluss der Dusche genau in den Kamin läuft und das Wohnzimmer unter Starkstrom steht. Ein Bauplan also. Aber: Ein Bauplan für ein Gebäude, das viele bewegliche Elemente besitzt. Worauf wir bitte später wieder zurückkommen.

DER ANFANG IST ANFANGS DAS SCHWERSTE – später wird’s nicht besser

Aus einer ersten, groben Ideenskizze – dem Expose, einem drei bis sechsseitigen Abriss eines späteren, möglichen Films – entwickelt sich, meist über eine Zwischenstufe, die Treatment genannt wird und zehn bis fünfzig Seiten lang sein kann, die erste Fassung des Drehbuchs. Die Situation des Autors ist die, dass er sehr oft alleine in der weißen Wüste des Papiers, respektive des leeren Bildschirms steht, und diese weiße Leere mit Sachen füllen muss, die etwas tun, was insgesamt einen Film ergibt – ohne dass sich der Autor dabei verirrt.

Darum rufen ihm Leute manchmal zu, wo er suchen soll oder was sie gern in dieser weißen Wüste sehen und erleben würden. Das ist ab und zu sehr hilfreich, manchmal führt es aber geradewegs in die nächste Düne, wo er sich festfährt. Wenn er sehr schnell ist nach 6 Wochen, im Normalfall etwa nach etwa 20 Wochen hat er hoffentlich die erste Fassung des Drehbuchs fertig.

Erste Fassungen eines Drehbuches haben grundsätzlich folgendes Schicksal: a) Sie landen im Papierkorb, b) Sie haben noch etwas mit dem späteren Film gemeinsam oder c) Sie haben fast nichts mehr mit dem späteren Film gemeinsam. Es gilt folgende Formel: a) gilt nahezu immer, b) gilt meistens, aber c) gilt auch öfter.

Der Drehbuchautor William Goldmann, dem unter anderem Filme wie MARATHON MANN zu verdanken sind, hat deshalb den Satz formuliert: „Drehbuchschreiben heißt Umschreiben.“ Was bedeutet das? Drehbuchautoren sollten lieber gern schreiben, sonst haben sie verdammt wenig zu lachen.

SIMULANTEN VOR – nur wer sich was vorstellen kann, kann auch was herstellen

Das Drehbuch hat noch eine ganz andere, meistens völlig unterschätzte Funktion: nämlich, wie eingangs erwähnt, eine Simulation des späteren, fertigen Films zu sein. Das Drehbuch „erzählt“ den Film schon einmal. Auf Papier zwar nur, aber dadurch – weil Drehbuchautoren längst nicht so gut verdienen, wie sie eigentlich müssten – immerhin relativ preisgünstig. Wer das Drehbuch liest, kann sich eine Vorstellung des späteren Filmes machen. Er kann Entscheidungen treffen. Etwa die, ob er das, was er da liest, nachher auch als Film sehen möchte. Klingt einfach, ist aber in der Praxis sehr kompliziert.

Unter anderem deshalb weil die Vorstellung des Lesers eines Drehbuchs fast nie der Vorstellung des Drehbuch-Autoren entspricht. Weil sich der Autor unter dem Satz „Sie betritt den Raum und sieht atemberaubend aus“, vielleicht eine frühere Freundin mit roten Haaren und einer grünen Samtjacke vorstellt (Es sei denn, seine blonde Ehefrau betritt just in dem Moment, mit einer blauen Jeansjacke gekleidet, den Raum und der Autor verscheucht den Gedanken schnell.), während der Produzent vielleicht an die nette Brünette in dem weißen Baumwolldress denkt, die er kürzlich auf einer Filmparty kennengelernt hat.

Aber trotzdem gibt das Drehbuch einen beschreibbaren Rahmen vor: Atemberaubende Frau, betritt Raum und sagt etwas. Das Drehbuch hilft also dabei, sich beim Lesen Menschen, Tiere, Fabelwesen, Häuser, Burgen, Kostüme, Raumschiffe, Riesenaffen und die Festung „Mordor“ und alles was damit passiert, vorzustellen. Für relativ günstiges Geld. Und dann ruft der Produzent den Drehbuchautor an und sagt, er solle unbedingt reinschreiben, dass die Frau, die so atemberaubend den Raum betritt, eine Brünette in einem weißen Baumwolldress, die in der Parkstrasse wohnt sein soll. Nein, genau so ist es nicht. Aber so ähnlich.

Das Ziel dieser „Simulation“ auf circa hundert Seiten Papier ist es, so konkret zu sein, dass man sich wenigstens den ungefähr gleichen Film vorstellt wie die anderen Leser des Buches – und trotzdem genug Luft zu haben, damit die Konstruktion nicht zusammenbricht, wenn die Vorstellungen anderer anders sind, als die eigenen. Was –man kann nicht deutlich genug darauf hinweisen – fast immer der Fall ist. Weshalb der Lieblingssatz von Menschen, die Drehbücher gelesen haben und dann den fertigen Film sehen, lautet: „Das habe ich mir aber (ein wenig / ziemlich / völlig) anders vorgestellt“. Wenn diese Leute allerdings die Geldgeber sind und „völlig“ sagen, weiß man, dass man ein richtiges Problem hat.

Es gibt also immer einen Menschen, der sich alles ganz anders vorgestellt hat und das ist der Drehbuchautor. Aber dazu später mehr. Man merke sich: Keine zwei Leute lesen ein Drehbuch auf die gleiche Weise. Aber sie gehen immer davon aus, der andere hätte es so gelesen wie sie selbst. Und der Autor ist völlig erschüttert, dass man sein Buch nicht so liest, wie er es gemeint hat.

DAS EI IST GELEGT – wo bleiben die Hühner?

Das Drehbuch dient nicht nur als Bauplan, sondern – eifrig den Film simulierend – es ist auch ein Werkzeug der Geld- und Schauspielerbeschaffung. Nicht unbedingt in dieser Reihenfolge. Schauspieler lesen es und simulieren vor sich hin, wie sie mit diesem Buch ein Weltstar werden; Finanziers simulieren lesend, wie sie jede Menge Geld mit dem Film machen; Regisseure simulieren sich einen Film zusammen, der ihnen den Oscar einbringt. Wozu, wie der Regisseur vielleicht glaubt, die Szenenfolge entscheidend geändert werden muss – und der Anfang und das Ende sowieso. Angeblich weil das alles so nicht oder nur auf dem Papier funktioniert. Ach ja, nach Meinung des Darstellers braucht es noch mehr Szenen mit ihm, weil nur dann der Film ein Erfolg werden kann...

Der Drehbuchautor hat sich das natürlich, wie gesagt, alles ganz anders vorgestellt und wird nun a) rausgeworfen, b) macht die Änderungen, weil er mit seiner blonden Frau einen teuren Urlaub gebucht hat, c) findet die Vorschläge der anderen machbar, gut oder ganz großartig (letzteres ist sehr selten) oder d) ist selber Produzent und Geldgeber in einer Person und wirft den Darsteller und den Regisseur raus – und macht die Regie selbst.

Bei all dem hilft das Drehbuch enorm, weil in dieser Phase zu relativ geringen Kosten – den Nerven des Drehbuchautors nämlich – an dem Modell, dem Vorschlag, der Simulation des Films munter herumgebastelt werden und jeder geniale Ideen oder kompletten Blödsinn beitragen kann, ohne dass man schon pleite geht. Das macht man so lange, bis man das Buch endgültig zur erfolgreichen Basis des späteren Films entwickelt hat. Oder es derartig verkorkst ist, dass man es besser in die Tonne treten als verfilmen sollte. Faustregel hierbei: Irgendwo zwischen der fünften und der zehnten Fassung ist ein guter Film versteckt. Alles vorher fällt oft unter das Kapitel „Naivität“, alles danach meistens unter das Kapitel „Betriebsblindheit“.

VOM PLAN ZUR PRAXIS – Papier geht durch Häcksler

Mit dem „Bauplan“ Drehbuch stürzen sich die Filmschaffenden nun ins Getümmel und setzen das Buch einer Reihe heilsamer wie schrecklicher Einflüsse aus. Dem Drehbuch geht es jetzt, wie einer Maschine beim extremen Belastungstest: Es läuft heiß, wird überbelastet, es wird elektrifiziert, kommt in die Frostkammer und macht Crash-Tests mit. Dabei fliegen zwangsläufig Teile des Buches weg, müssen andere neu fixiert werden. Oder schlimmer, das Ding sich zerlegt sich wie eine Explosionszeichnung und muss komplett neu verschraubt werden, weil sich in der Simulationsphase irgendwer irgendwas falsch vor-simuliert hat. Oder weil sich in der vierzehnten Fassung so viele Fehler eingeschlichen haben, dass der Film jetzt mehr Sand im Getriebe hat als ein Wüstenfahrzeug.

Die relative „Beweglichkeit“ eines Drehbuches hat aber auch andere Gründe: Fehler im Buch, die man nicht gesehen hat, werden am Drehort deutlich: Produzenten, Darsteller oder Regisseure, die immer weiter, immer andere, zusätzliche, im schlimmsten Falle sogar bessere Ideen einbringen; Wetter oder Tiere, die nicht mitspielen wie geplant; Darsteller, die nicht miteinander wollen oder können; Etatprobleme, die zur Streichung der absoluten Lieblingsszene des Drehbuchautors führen; Drohungen einer exotischen, militanten Religionsgemeinschaft gegen eine Liebesszene und so weiter. Das heißt: Die Simulation wird durch die Dreharbeiten einem sehr heftigen Realitätscheck unterzogen. Wenn es den nicht besteht, heißt es für den Film: Hasta la vista, Baby.

GEHACKTES WIRD KLOPS – die Filmwerdung von Wortsalat

Die einzige Rettung für den Produzenten, den Autor und den Regisseur ist, dass das Drehbuch eine starke „Architektur“ hat. Dass seine Dramatik, die Geschichte, ein starker Motor mit Turbolader und Geländeübersetzung ist, der den Film unter allen Umständen „durchzieht“. Ein wunderbarer Dialog auf Seite 67 rettet kein Buch der Welt, wenn es vorher schon grätenlos wie eine Schnecke war. Kein noch so guter Schreibstil hilft, wenn z.B. das Buch überkonstruiert ist – z.B. wenn Drehbuchautor, Regisseur und Produzent unbedingt einen Film machen wollen, der zwar in „Mordor“ spielt aber nebenbei auch noch eine romantische Polit-Science-Fiction-Komödie über eine tödliche Krankheit sein soll.

Dabei ist es übrigens völlig unerheblich, wer die erste Idee zum Film hatte. Sehr oft ist es der Autor, manchmal auch der Produzent oder der Regisseur – den Ärger aber, die Simulation herzustellen, flugfähig zu machen und alle die bisher beschriebenen Faktoren auf atemberaubend kreative Weise zu einem Ganzen zu machen oder daran zu scheitern, das obliegt leider dem Autor.

EIN STATEMENT – das einige Schreibende deutlich nicht unterschreiben

All das eingangs Erwähnte macht klar, warum das Drehbuch von so besonderer Wichtigkeit ist. Drehbuchautoren empfinden sich deshalb oft wie Komponisten, die ein Regelwerk schaffen, nach welchem ihre schöpferische Leistung, die Komposition relativ exakt nachgespielt werden kann, sie also „nur“ folgerichtig umgesetzt werden müsste. Die Erfahrung zeigt aber, dass das Drehbuch der Startpunkt eines außerordentlich dynamischen, kreativen Prozesses ist: der Herstellung des eigentlichen Films. Wenn drei verschiedene Regisseure das gleiche Drehbuch machen, werden diese Filme sich zwar sehr wahrscheinlich in vielen Dingen recht ähnlich sein, aber fast immer werden doch unterschiedliche Filme entstehen.

Das ist auch dann noch so, wenn der Drehbuchautor selbst der Regisseur ist und irgendwann fluchend am Drehort steht und schreit: „Wer hat denn diesen Müll geschrieben“ und feststellen muss: Er selbst war es. Dann macht er die Erfahrung, dass ein Film eine lebendige Einheit ist, die weniger nur „interpretiert“ wird, als das sie, unter Aufsicht und nach Vorgabe durch das Buch, erst beim Dreh wirklich „geschaffen“ wird. Das heißt: Zwischen der kreativen Leistung eines Drehbuchautors und eines Regisseurs besteht immer ein Spannungsverhältnis, das – im besseren Fall – die ganze Angelegenheit erst wirklich lebendig macht. Dieses Spannungsverhältnis kann einen Film nach vorn bringen oder ihn töten.

Sehr oft wird der Regisseur in das Drehbuch eingreifen und damit den Film beschädigen oder aber ihn retten oder ihn nur runterspulen oder ihn auf ganz neue und unerwartete Höhen bringen. Es gibt hierfür keine Regel.

BEIPACKZETTEL – vor Dreh(buch)arbeiten bitte beachten

Merke: „Heilige Bücher“ gibt es in der Pfarrei, der Moschee oder der Synagoge. Drehbücher gehören nicht dazu. Was sie benötigen ist Respekt, Verstand und Professionalität beim Schreiber sowie beim Leser – und nicht Verehrung.

Aber: Eine wirklich gute Geschichte kann nur selten durch eine schlechte Ausführung ganz gekillt werden, umgekehrt allerdings kann keine noch so große Leistung in der Umsetzung eine hohle Nuss zu einem blühenden Baum machen.

Und: Die Tatsache, dass das Drehbuch vor dem eigentlich Film kommt, ist keine Aussage über seine Wichtigkeit – das Ei ist nicht wichtiger als das Huhn, obgleich es unabdingbare Voraussetzung dafür ist.

Plus – anschnallen, jetzt kommt etwas Theorie: So wie ein genetischer Code, allerdings unendlich viel präziser und folgenreicher, einen Menschen definiert, so definiert in vergröberter Form ein Drehbuch einen Film.

Aber: So wenig der genetische Code eine letztendliche Aussage über das tatsächliche Leben eines Menschen treffen kann, so wenig kann das Drehbuch eine letztendliche Aussagen über einen Film machen. Drehbuch und die Inszenierung eines Films stehen dabei aber in ständiger Interdependenz.

Da werden mir andere Drehbuchautoren hier hoffentlich sehr bald sehr heftig widersprechen. Nach dieser Interpretation ist das Drehbuch also in etwa das, was das Libretto für eine Oper ist. Sie ist zwar das entscheidende wichtige Handlungsgerüst für eine im Regelfall nur ein Mal aufgeführte (also gedrehte) Oper (den Film). Das Drehbuch strukturiert das Werk, ermöglicht es, gibt ihm klar definierte Vorgaben, während die eigentliche „Komposition“ des Films während der Dreharbeiten, nach Vorgabe durch das Buch, stattfindet.

Oder kulinarischer ausgedrückt: Ein Koch serviert ein Essen, das aus Erfahrung, Ideen, Improvisation und dem Reichtum variabler Zutaten zu einem sehr individuellen Ganzen zusammengesetzt ist. Nach einem Rezept zwar, aber doch nach seiner Methode. Er serviert dem hungrigen Gast keinen Ausriss aus einem Kochbuch. Das Rezept „simuliert“ ein mögliches Essen, es erkundet Wege, das Essen zu machen. Nur aus der Zusammenwirkung Buch und Regie, Rezept und Koch, entsteht das eigentliche Essen: Der Film.

Also: Ein Drehbuch ist ein Vorschlag für einen Film. Das Drehbuch simuliert den Film. Das Drehbuch erzählt den Film. Das Drehbuch organisiert den Film. Das Drehbuch ist die Grundlage für, es ist aber nicht der Film.

© ROLF SILBER www.22ndplot.de

Mitglied der Deutschen Filmakademie e.V., Sektion Drehbuch

Kommentare

#1
Sven Normann (09.10.2009 23:34)
Sehr lustig, aber dennoch mit sehr viel Sinn geschrieben!
Ich fand die Definition von dem "Drehbuch" sehr treffend! Ich selbst, arbeite als Schauspieler im Theater und habe angefangen, in meiner Freizeit Drehbücher zu schreiben. Ich mache das zwar nur in meiner Freizeit, aber ich sehe das auch so. Zumal Regesseure, leider immer etwas zu mekkern haben. Gruß, Sven!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!