Das rechthaberische Drehbuch

Warum Doris Dörrie das Schreiben von Drehbüchern sehr viel mühevoller findet als das Schreiben von Prosa.

„Das Drehbuch verschwindet und verwandelt sich in Bilder. Das ist ein faszinierender Vorgang.”

Die Drehbuchautorin Doris Dörrie über KIRSCHBLÜTEN – HANAMI

INTERVIEW zu KIRSCHBLÜTEN - HANAMI

Interview mit Doris Dörrie

Für das Publikum ist Doris Dörrie entweder eine Regisseurin oder eine Schriftstellerin oder beides. Aber nicht von ungefähr hat sie sich dafür entschieden, uns zum Beruf der Drehbuchautorin Rede und Antwort zu stehen. Das Schreiben ihrer eigenen Skripte ist für sie immer noch die Grundlage ihrer Inszenierungskunst. Begonnen hat sie mit Filmkritiken. Und die Literatur hat sie neben ihrer erfolgreichen Regiekarriere nie aus den Augen verloren: Seit 1987 veröffentlicht sie regelmäßig Kurzgeschichten, Erzählungen und Romane, kleine Vignetten des Alltags, in denen sich existenzielle Erfahrungen offenbaren. Auch KIRSCHBLÜTEN – HANAMI ist eine solch täuschend einfache Geschichte, in der es um die großen Fragen des Lebens und des Sterbens geht.

 

Die Szene
Karl beklagt sich am Telefon bei seiner Schwester, dass der Vater sich nach dem Tod der Mutter so seltsam verhält. Er will, dass seine Schwester sich nun um den Vater kümmert. Plötzlich tritt der Vater ins Zimmer, der das Gespräch auf dem Balkon mitgehört hat, und bittet seinen Sohn, noch ein bisschen bei ihm in Japan bleiben zu dürfen.

Die Künstlerin
Sie ist eine Norddeutsche, die in München heimisch geworden ist. Nach dem Abitur in Hannover studierte sie Schauspiel und Film in den USA und ging dann auf die HFF in München. Ab 1976 dreht sie erste Dokumentationen. MITTEN INS HERZ ist 1983 ihr Spielfilmdebür im Kino. Ihren Durchbruch feiert sie zwei Jahre später mit MÄNNER, mit dem sie sich als Spezialistin für hintergründige Geschlechterkomödie empfiehlt. Mit KIRSCHBLÜTEN gewann sie 2008 den Deutschen Filmpreis in Silber für den Besten Spielfilm. Seit 2001 inszeniert sie auch Opern; oft zum Ärger der Kritik und nicht selten zum Vergnügen der Zuschauer.

 

 

 

Kommentare

#1
anonymus (14.12.2011 12:19)
regie als belohnung fürs drehbuchschreiben
herzlichen dank für diesen, glaube ich doch, sehr ehrlichen einblick ins schreiben und das manchmal schmerzhafte verschwinden von geschriebenem in belohnenden, lichten bildern.