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Essstäbchen im Klavier – Masterclass Filmmusik

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Wie Oli Biehler die Filmmusik für das KALTE HERZ entwickelte

„DAS KALTE HERZ ist ein archaischer, urtümlicher Film, der zu 90% im Wald spielt. Es war schnell klar, dass ein normaler, großer Orchesterscore nicht zum Film passt, sondern dass wir eine eigene Sprache für die Musik entwicklen müssen, in der vor allem Holzinstrumente eine besondere Rolle spielen."

Oliver Biehler, Jahrgang 1969, erlernte bereits als fünfjähriger das Klavierspiel, besuchte ein Musikgymnasium in Pforzheim, nahm schon als Teenager an Klavierwettbewerben teil und gründete mit 16 eine Pop-Band. Von 1991 bis 1993 studierte er Musik in Karlsruhe, gefolgt von einem Filmmusik-Studium an der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg. 1995 wurde er bei der Alpinale, dem Festival des jungen Films in Bludenz, Österreich, für seine Arbeit bei "Sie sucht ihn" mit dem Preis für die beste Musik ausgezeichnet.

Nach seinem Studienabschluss 1996 gründete Biehler 1997 ein eigenes Musikstudio. In den kommenden Jahren produzierte er unter anderem Trailer für den Kinderkanal Nickelodeon und den Musiksender MTV. In erster Linie aber widmete er sich dem Komponieren für Film und (vor allem) Fernsehen. Seine Bandbreite reicht dabei von dem Dokumentarfilm "Die Blume der Hausfrau" (1997) über Uwe Jansons Mystery-Krimi "Nachts im Park" (2002) und Jansons eigenwilliger Brecht-Adaption "Baal" (2004) bis zu Ute Wielands Thriller "Eiskalte Freunde" (2003, TV), ihrer Kinokomödie "FC Venus" (2006) und René Heisigs ernstem Sozialdrama "Schutzlos" (2009, TV). Daneben komponierte er die Musik zu mehreren Folgen der Krimireihe "Tatort".

Für seine Musiken zu dem Thriller "Das siebte Foto" (2003, TV) und Annette Ernsts Liebeskomödie "Mein erster Freund, Mutter und ich" (2003, TV) wurde Biehler mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet. Für Samir Nasrs "Folgeschäden", ein Drama über außer Kontrolle geratende Terrorismus-Angst, erhielt er 2005 den Preis für die beste "künstlerische Einzelleistung“ beim Internationalen Filmfestival in Kairo. 2012 wurde Biehler für seine Musik zu dem Sozialdrama "Der Albaner" für den Deutschen Filmpreis nominiert.

Seither hat Biehler wieder verstärkt für Fernsehproduktionen gearbeitet, bevor er 2017 für Johannes Nabers "Das kalte Herz" (2016), einer Kinoadaption von Wilhelm Hauffs gleichnamigem Märchen, die Musik komponierte - und dafür prompt mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet wurde.

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