ENTDECKUNG AM STADTTHEATER

Wie Casting Director Simone Bär die Schauspielerin Sandra Hüller für den Film entdeckte

„In Basel sah ich dieses Foto von Sandra Hüller und dachte, toll, die sieht total interessant aus. Sie hat dieses 'alte' Gesicht. Und sie spielt große Rollen – also musste sie gut sein."

Casting Director Simone Bär und Regisseur Hans-Christian Schmid über die Besetzung von REQUIEM

INTERVIEW zu REQUIEM

Interview mit Simone Bär und Hans-Christian Schmid

Der Auftrag war kein einfacher: Als der Regisseur Hans-Christian Schmid im Jahr 2004 die Arbeit an seinem Film REQUIEM begann, suchte er eine junge Darstellerin für seine Hauptfigur, eine tief religiöse, von Epilepsie und Wahnvorstellungen geplagte Studentin. Simone Bär, erfahrener Casting Director, wollte sich nicht auf die üblichen Gesichter einlassen und begann eine langwierige Suche an Schauspielschulen und Stadttheatern. In Basel entdeckte sie die 26jährige, völlig unbekannte Sandra Hüller – und spürte gleich eine besondere Qualität. Hüller bekam die Rolle und gewann damit Silbernen Bären der Berlinale 2006.

Die Szene
Die beste Freundin (Anna Blomeier) findet Michaela Klingler (Sandra Hüller) panisch unter dem Tisch ihres Zimmers im Wohnheim kauernd. Die ganze Nacht wurde sie von Wahnvorstellungen heimgesucht und behauptet, Dämonen zu hören. Die Freundin nimmt ihr das Versprechen ab, sofort zum Arzt zu gehen. Die verzweifelte Michaela sucht aber lieber ihren Pfarrer (Walter Schmidinger) auf. Sie glaubt, vom Teufel besessen zu sein und erhofft sich Rat von dem erfahrenen Geistlichen.

Die Künstlerin
Simone Bär ist eine der erfahrensten und erfolgreichsten Casting Directors in Deutschland. Die Liste ihrer Filme ist endlos. Sie reicht von ANONYMA – EINE FRAU IN BERLIN über YELLA, DAS LEBEN DER ANDEREN und EMMAS GLÜCK bis hin zu GOOD BYE, LENIN! und DIE INNERE SICHERHEIT. Nicht nur die Regisseure Hans-Christian Schmid, Christian Petzold, Leander Haußmann arbeiten vorzugsweise mit ihr.
Hans-Christan Schmid, Jahrgang 1965, kommt aus dem bayerischen Altötting und studierte Dokumentarfilm an der Münchner Filmhochschule. Nach seiner Abschlussarbeit DIE MECHANIK DES WUNDERS wendete er sich dem Spielfilm zu. In HIMMEL UND HÖLLE widmet er sich zum ersten Mal dem religiösen Fanatismus, ein Thema, das er mit REQUIEM wieder aufgriff. Für die Komödie NACH FÜNF IM URWALD entdeckt er die Schauspielerin Franka Potente, in 23 befasste er sich mit Verschwörungstheorien, LICHTER handelt von Schicksalen an der deutsch-polnischen Grenze. Hans-Christian Schmid erhielt bereits vier Mal den Deutschen Filmpreis in Silber.

Kommentare

#1
Liv (Ratsgymnasium Os) (03.06.2008 16:59)
Stellungnahme zum Film und Interview
Der Filmausschnitt ist gut gewählt und passend, denn er verdeutlicht die Situation der Hauptfigur aus dem Film. Das Interview mit dem Regisseur Hans Christian Schmid und der Casting-Directorin Simone Bär ist sehr interessant; Man erfährt wissenswertes über den Film als Projekt, vorallem über das Casting, und die Künstler/Schauspieler, die daran beteiligt waren. Doch insegesamt finde ich das Interview ein wenig zu lang.