Maskenbild
Leinwandillusionen

Warum weniger Maske manchmal mehr ist

I. EINFÜHRUNG: Mehr als Rouge und Puderdose

Wer kennt das nicht: Wenn einen das eigene Gesicht aus dem Spiegel anstrahlt, beginnt der Tag gleich ein wenig fröhlicher. Und vor einer wichtigen Verabredung oder einem Rendezvous wünscht man sich gelegentlich insgeheim seinen eigenen Maskenbildner, um wenigstens einmal wie ein Filmstar auszusehen.

Dabei schminken Maskenbildner, entgegen landläufigen Vorstellungen, nicht permanent nur Gesichter. Auch wenn sie sich um Make-up und Frisuren kümmern, sind sie keine Visagisten, sondern der Arbeitsbereich Maskenbild, kurz Maske genannt, umfasst zudem die gesamte körpernahe Verkleidung. Ein Maskenbildner ist deshalb in erster Linie ein kreativer Handwerker, der sicheres Stil- und Farbempfinden, visuelle Fantasie und Sensibilität im Umgang mit den Schauspielern vereinen muss.

In seiner Werkstatt stellt er alle benötigten Hilfsmittel her, nimmt Maße und Abdrücke, entwirft plastische Masken, Körper- und Gesichtsteile oder knüpft Bärte und Perücken. Er muss manuelles Geschick besitzen, Schmink- und Airbrush-Techniken beherrschen, aber auch die Besonderheiten historischer Stilepochen kennen. Strahlend schön oder abgespannt, aufsehenerregend oder natürlich geschminkt, wenn nötig auch mit blutender Hand und falschen Zähnen – erst die Arbeit des Maskenbildners macht die Verwandlung eines Schauspielers perfekt.

II. WISSEN: Mit dem Blick für Gesichter und Details

II.1 Historische Stationen des Maskenbilds

Während Schauspieler in den Anfängen des Films vor allem stark und überdeutlich geschminkt wurden, zeichnet sich ein gelungenes Maskenbild heutzutage vorwiegend durch ‚Natürlichkeit’ aus – sofern das Filmgenre nicht bewusst eine stilisierende Maskierung oder eine besonders auffällige Verwandlung erfordert. Die Maske soll das Spiel und die Mimik des Darstellers unterstützen und Akzente setzen.