Schauspiel
Im Rampenlicht

Wie Schauspieler ein Drehbuch zum Leben erwecken

I. EINFÜHRUNG: Künstler vor der Kamera

Sie sind Könige, Geliebte, betrogene Ehepartner oder Kriminelle. Sie bezaubern, schaffen Verachtung oder vermitteln zwischen Kulissen und vor laufender Kamera tiefste Verzweiflung, um den Zuschauer im nächsten Moment schon zu amüsieren oder zu Tränen zu rühren – Schauspiel ist viel mehr als nur auswendig gelernten Text aufzusagen und nach den Anweisungen des Regisseurs zu agieren.

Am Set zerfällt die Arbeit eines Schauspielers in viele ‚Takes’, die erst in der Postproduktion zu einem stringenten Film zusammengefügt werden. Schauspieler müssen deshalb auf Kommando zu einer völlig anderen Person werden können, um deren innere Vorgänge sichtbar zu machen und Intimität zu erzeugen. Sie sollen Szenen jederzeit präzise wiederholen und lange Wartezeiten überbrücken. Im Alltagsgeschäft ist Schauspiel mitnichten so glamourös wie uns Filmpremieren oder die Medien vorgaukeln.

Schauspieler ist kein titelgeschützter Beruf, jeder kann sich so nennen. Aber um ein guter Darsteller sein zu können, muss man seine Stärken und Schwächen und vor allem die eigenen Gefühle genau kennen. Schauspiel ist immer auch eine Auseinandersetzung mit der eigenen Person. Erst danach beginnt das Handwerk, für das man Menschen beobachtet, die Stimme und die körperliche Ausdruckskraft trainiert und erlernt, jeden beliebigen Drehort in Besitz zu nehmen. Erst wenn all diese Fähigkeiten im Verbund gelingen, ist es für einen Schauspieler möglich, seine Filmrolle nicht nur zu spielen, sondern in ihr aufzugehen.

II. WISSEN: Zwischen Szenentext, Improvisation und Lampenfieber

II.1 Historische Stationen der Schauspielkunst

Die Anfänge des mimischen Spiels gehen auf die Frühzeit des Menschen zurück und sind in nahezu allen Kulturen nachweisbar. Wenngleich Schauspieler lange Zeit nicht gewertschätzt wurden, genießt der Beruf heute ein umso höheres Ansehen.