Kamera/Licht
Das objektive Auge
Wie Kamera und Licht einen Film visualisieren
I. EINFÜHRUNG: Visuelle Autoren
In den Anfängen des Films Stand der sog. Filmfotograf allein hinter einem eckigen Kasten und drehte wie ein Leierkastenspieler an der Handkurbel. Auch wenn diese Arbeit bis heute den Begriff der Dreharbeiten prägt, hat sich seine Tätigkeit nicht nur vom Namen her gewandelt. Dem Kameramann stehen mittlerweile neben der analogen auch die digitale Aufnahmetechnik und zudem ein ganzer Mitarbeiterstab zur Verfügung. Gemeinsam mit Schwenkern, Beleuchtern, Lichttechnikern und vielen Assistenten bebildert er das Drehbuch.
Ein Kameramann ist im Grunde der visuelle Autor der Geschichte. In enger Abstimmung mit dem Regisseur trifft er kreative Entscheidungen, um das Bildgeschehen lebendig, glaubhaft und stoffgerecht mit der Filmkamera zu bannen. Er sieht seine Umgebung mit einem anderen, oftmals genaueren Blick und setzt Schauspieler wortwörtlich ins rechte Licht.
II. WISSEN: Schattenspiele und bewegte Bilder
II.1 Filmische Gestaltung hinter der Kamera
Mit einer Kamera belichtet man Fotografien auf einem perforierten Film, der aus Zelluloid besteht. Das Wirkungsprinzip ist einem Daumenkino vergleichbar: Weil das menschliche Auge eine Sequenz von mehr als 20 Einzelbildern pro Sekunde als fließende Bewegung interpretiert, spricht man von Film.
Die Gestaltungselemente des Films sind in vielen Fällen denen der Fotografie sehr ähnlich. So lassen sich z.B. Einstellungsgrößen für die Kamera bestimmen. Die Bezeichnungen sind Richtwerte, um die Verständigung innerhalb des Filmteams zu erleichtern. Wichtig ist die Relation zum Hauptmotiv: Eine Totale, die als ‚Establishing Shot’ häufig dazu dient, den Zuschauer in eine Szene einzuführen, zeigt die Person bzw. das zentrale Objekt in der Gesamtheit und vermittelt räumliche Orientierung. Alle weiteren Kameraeinstellungen leiten sich von dieser Vorgabe ab.
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- LISSI UND DER WILDE KAISER, Szenenbild: © 2007 Constantin Film
Die Panoramaeinstellung soll vor allem Übersicht herstellen, sie zeigt deshalb oft Landschaften oder eine urbane Skyline. Die Einstellung zwischen Nah und Halbnah – nach ihrer häufigen Verwendung in US-Western auch Amerikanisch genannt – filmt eine Person bis unterhalb ihrer Hüften. Mittels Kamerafahrt oder Zoom, das heißt einer Veränderung der Objektivbrennweite, ist es möglich, die Einstellungen stufenlos zu modifizieren.

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